Vulvodynie

Vulvodynie bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt „Schmerz im Schambereich“ und bezeichnet anhaltende Schmerzen im Bereich des Scheideneingangs, ohne Erkennbarkeit von Ursachen. Es handelt sich dabei oft um myofasziale Schmerzursachen des Beckenbodens, wodurch brennende Schmerzen auftreten, die die gesamte Haut der äußeren Geschlechtsorgane bis hin zum After betreffen. Auch Geschlechtsverkehr ist sehr häufig schmerzhaft, manchmal auch gar nicht möglich aufgrund dieses Erkrankungsbildes. Durch die Verabreichung eines Lokalanästhetikums mittels Neuraltherapie, kann eine spürbare Beruhigung der Schmerzen rund um diesen gynäkologischen Bereich der Faszien der Beckenbodenmuskulatur erfolgen. Häufig liegt auch eine deutlich erhöhte Muskelspannung im Bereich der Beckenbodenmuskulatur oder auch Glutealmuskulatur vor. Auch ferne Störfelder wie Narben im Bauchbereich aber auch Zahnstörfelder können hier eine Rolle spielen. Das Beschwerdebild einer sogenannten Vulvodynie, das sind genau die Schmerzen am Scheideneingang, teilweise auch in die Scheide hineinreichend, die manchmal auch in Ruhe, aber auch häufig bei Belastung, sprich bei Geschlechtsverkehr auftreten können, stellt ein häufiges Krankheitsbild dar. Sehr oft kommen Patientinnen aus falschem Schamgefühl nicht in die Ordination, um diese Problematik zu besprechen. Manche werden dann häufig von Kollegen auf Infektionen abgeklärt, sei es HPV-Infektion, Pilzinfektion oder bakterielle Infekte. Genauso wie die Kollegen, kläre ich im Vorfeld die Infektionszustände mittels Abstrichen auch immer ab. Sehr oft ist aber nichts im Befund zu finden, die quälende oder gar schmerzende, juckende Beschwerde-Symptomatik besteht aber trotzdem. Dies erklärt sich entweder aus vormaligen Infektionen, die den Bereich der sensiblen Vulva in einen erhöhten Reizzustand versetzt haben, aber auch operative Eingriffe bzw. Belastungen für den Körper können eine wesentliche Rolle spielen. Die Neuraltherapie stellt durchaus eine vielversprechende Alternative zur Einnahme von Schmerzmitteln dar. Für das Krankheitsbild der Vulvodynie gibt es sonst nicht sehr viele hilfreiche Therapieformen.

„Meine Freundinnen haben Spaß am Sex. Für mich ist er allerdings vor allem eines: schmerzhaft. Gemeinsam mit meinem Freund haben wir alles versucht: Gleitgel, Kondome, ganz viel Zärtlichkeit – aber nichts hilft. Meine Vulva brennt, manchmal habe ich das Gefühl als würde sie zerreißen. Noch Stunden danach brennt und juckt meine Scheide. Nun hat mir eine Freundin von einer Regulations-Schmerztherapie erzählt, die helfen soll?“

Dr. Thorsten Graf: „Die Vulvodynie, sprich die Schmerzen am Scheideneingang, stellt leider auch sehr häufig bei jungen Frauen ein großes Problem dar. Gerade in dieser Lebensphase, in der Sexualität eine große Rolle spielt, ist diese Erkrankung besonders Leid bringend. Klassische gynäkologische Behandlungsmethoden schaffen leider nur in seltenen Fällen gute Abhilfe. Mithilfe der Neuraltherapie schafft man es aber, zu einem hohen Prozentsatz zumindest eine Linderung, in einzelnen Fällen sogar eine Heilung dieses Beschwerdebildes herbeizuführen.“